Das Thema
Ausrichtung und mein Weg - Gehe ich ihn wirklich?
12.12.2009 19:01 von Pron Stracke (Kommentare: 0)
Am Anfang war die Überlegung: Warum bin ich eigentlich hier? Wo will ich überhaupt hin?
Wo ich hin will ist schnell beantwortet: Da wo ich her gekommen bin.
Diese Antwort hilft einem nur auch nicht so wirklich weiter. Also schauen wir uns das Ganze doch mal etwas genauer an:
Das erste Ziel einer jeden spirituellen Reise ist: Sei glücklich.
Wenn du wahrhaftig glücklich bist, dann existieren keine Wünsche, denen man hinter her rennt. Man kann in seinem Glück leben und das eigentliche Sein genießen. Ist ein tolles Ziel. Doch warum gibt es auf dem Weg dahin so viele Hindernisse? Eigentlich wäre es so einfach: Alles loslassen, was einen nicht glücklich macht.
Wenn unser Weg klar umrissen wäre, dann wäre es auch sehr einfach. Doch leider haben wir keine asphaltierte Straße auf der wir gehen sondern wir bewegen uns auf der weiten Fläche einer unendlich weiten Wiese. Mit jedem Schritt den wir tun entdecken wir etwas neues:
- Oh, da wächst eine Blume am Wegesrand oder da ist ein kleiner Hundehaufen. Die schau ich mir doch gerade mal an.
- Ach, was ist das denn? Ein kleiner Teich? Treibsand? Mal schauen wie warm das Wasser schon ist.
- Huch? War das nicht ein kleines Mäuschen? Oder eine süße Tarantel?
- und so weiter...
Anstelle unseres Weges zu gehen, springen wir von der einen Seite zur anderen und schauen und die kleinen Nebenschauplätze am Rand unseres Weges an. Oft lassen wir uns auch von ihnen so gefangen nehmen, dass wir sie für unseren eigenlichen Weg halten.
Natürlich bestimmen wir unseren Weg selbst. Doch wenn wir anfangen eine Richtung zu wählen, dann sollten wie sie auch weiter gehen. Das wurde mir noch einmal klar, als ich mich mit einer Bekannten über verschiedene Seminarpreise unterhalten habe. Zu meiner Reiki-Zeit habe ich ein Reiki-System nach dem anderen ausprobiert. Ich bin von einer Einweihung zur nächsten gesprungen, ohne dass ich die eigentliche Qualität auch nur ansatzweise leben konnte. Damals war Reiki mein Weg, doch ich hopste von Einweihung zu Einweihung ohne meinen Weg zu gehen. Natürlich machte ich Erfahrungen und Fortschritte, die mir noch heute sehr wertvoll sind, aber es veränderte sich nicht vieles.
Dann lernte ich das Ausbildungssystem der Agni-Tradition kennen. Meine ersten Überlegungen waren, man wie kann man nur so bescheuert sein und 1400 Euro für ein Seminar ausgeben. Was? Wie krank sind denn die Leute, dass sie 6000 Euro für eine "Berater-Ausbildung" ausgeben? So ein bisschen Feng Shui... da les ich 2 Bücher und kann das auch...
Naja... das waren meine ersten Gedanken, bis ich dann doch so neugierig wurde und in dieses System einstieg. Hier lernte ich etwas, was mir im Vorfeld nicht bewußt war: Ich lernte mich Auszurichten.
Was bedeutet Ausrichtung?
Dadurch, dass ich viel Geld zusammen sammeln muss um ein solches Seminar zu machen, fange ich schon an mich im Vorfeld auf diese Zeit auszurichten. Ich konzentriere meine Energie darauf ein Ziel zu verfolgen: Den Weg ins Licht zu machen (oder später Berater). Durch die Konzentrierung bewirke ich, dass ich nicht mehr ständig an jeder Blume am Rand meines Weges schnuppere sondern ein paar Schritte gezielt gehe.
Dann kommt das Seminar.
... und nun nach dem Seminar fange ich schon wieder an am Wegesrand herum zu spielen anstatt meinen Weg weiter zu verfolgen.
Wenn nun ein nächstes Seminar anschließt, dann finde ich zu meiner Ausrichtung zurück und dann ist es bei vielen wieder so, dass sie nach dem Seminar wieder anfangen zu spielen und ihren Weg aus den Augen verlieren.
Daraus lernt man recht leicht, dass es mit einem festen Ziel vor Augen leicht ist sich auszurichten. Doch geht das Ziel verloren, verlieren wir uns wieder selbst. Es sei denn wir fangen an, unseren Weg, unsere Spiritualität ernst zu nehmen.
Seinen spirituellen Weg zu gehen bedeutet eine ganze Menge Disziplin. Am einfachsten (und kostengünstigsten) ist es jeden Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt zu meditieren. Ohne Außnahme! Die tägliche Meditation bewirkt, dass ich mich wenigstens einmal am Tag auf meinen spirituellen Weg ausrichte und ihn wenigstens einen Schritt gehe. Je natürlicher ich diesen Moment in mein Leben einbaue, desto mehr wird sich die Spiritualität in mein Leben hinein ziehen und alle anderen Dinge werden sich entsprechend Anordnen.
Natürlich kann ich auch Seminar-Hopping betreiben und eines nach dem anderen besuchen. Nur zeigt einem dieses Verhalten, dass man noch nicht wirklich selbst in der Lage ist die eigene Ausrichtung zu halten.
Dann kommt der Moment in dem ich mit der in mir wohnenden Glückseligkeit kontakt bekomme. Dann läuft alles in meinem Leben natürlich. Selbst Hindernisse bewegen sich in einem natürlichen Fluss auf mich zu und mit zunehmendem Vertrauen, dass ich meinen eigenen Weg auch gehe, werden sie immer leichter zu überwinden.
Grundsätzlich steht eine einzige Entscheidung vor meinem Weg: Will ich ihn wirklich gehen?
Solange ich meine Spiritualität als ein "Hobby für den Feierabend" ansehe, werde ich keinen großen Erfolg haben. Viele kleinere sollen mich locken doch mal anzuerkennen, dass Spiritualität Leben bedeutet. Ohne jedoch diese Entscheidung getroffen und das Wissen zu haben, bleibe ich stecken.
Ich wünsche dir, das du heute noch entdeckst, dass Spiritualität für dich Leben bedeutet und das du es schaffst deinen spirituellen Weg als den wichtigsten Weg deines Lebens anzuerkennen. Dann schaffst du es auch die Disziplin aufzubringen ihn zu gehen.
Dann kannst du alles loslassen was dich nicht glücklich macht.
Dann kannst du erkennen wo du hin gehst und wo du hergekommen bist.
Dann kannst du SEIN.
Om namah shivaya.
Pron

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